Mir ist es ein großes Anliegen, Lesern hier deutlich zu machen, daß es eigentlich ganz einfach ist, einer Katze ein gutes, artgerechtes Zuhause zu bieten, wo sie sich wohlfühlt. Wohlgemerkt: Hier ist erstmal die Rede von äußeren Umständen, nicht davon, ob man genug Geld hat, ausgeglichen und / oder verantwortungsbewußt ist, um sich eine Katze ins haus zu holen. Das ist ein weiteres Thema, über das hier zu schreiben sein wird. Jetzt aber geht’s erstmal nur um örtliche Gegebenheiten / Vorraussetzungen.

Bevor ich ein Buch darüber schreibe, lade ich alle interessierten Leser ein, sich dieses Video vom „Katzenpapst“ Dennis Turner auf YouTube anzuschauen:

http://www.youtube.com/watch?v=wJgkcPkzxss

Soviel geballtes, kompetentes Katzenwissen in knapp 10 Minuten! Der Mann ist echt klasse!

Das Schwitzerdütsch mit amerikanischem Einschlag (Dennis Turner ist Amerikaner) ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber ich denke, mit ein wenig Konzentration und gutem Willen könnte man es denn doch verstehen?! Ansonsten helfe ich auch gerne mit einem kleinen „Sprachkurs“ weiter;))

Eine Anmerkung noch: Die Regel „Ein Katzenklo pro Katze“ läßt sich nicht immer umsetzen. Wir haben es jahrelang mit einem Katzenklo für  zwei Katzen geschafft, ohne dass eine „unsauber“ geworden wäre. Wenn mehrere Katzen ein Klo teilen, ist es allerdings unerläßlich, dieses Katzenklo peinlich sauber zu halten.

Mittlerweile haben wir zwei Katzen, und auch zwei Katzenklos. Und was machen die Viecher? Ganz vornehm benutzen sie das eine Klo für’s große, das andere für’s kleine Geschäft…

Und: Das mit dem Wassernapf nicht neben dem Futternapf stimmt!!! Vor Jahren haben wir das mal ganz zufällig rausgefunden. Damals hatte ich Schwimmkerzen auf dem Esstisch stehen, zur Dekoration. Kater Kinski sprang auf den Tisch und trank das Wasser, in dem die Schwimmkerzen schwammen… So haben wir das von ihm gelernt.

Merke: EINE KATZE IST EIN WÜSTENTIER UND MUSS ZU SEINER WASSERSTELLE PILGERN.

Wir stellen zwar nach wie vor einen Napf mit Wasser mit auf das Futtertablett in der Küche: das ist halt so eine menschliche Angewohnheit. Trinken tun unsere zwei aber vorzugsweise und fast ausschließlich aus dem Wassernapf, der im Esszimmer (sieben Meter weiter!) auf der Fensterbank  neben dem Katzengras steht.

„Katzen eben! Beobachte sie. Dann lernst Du viel.“

eva

 

Noch ein Katzenblog! Muss das denn wirklich sein?

Eva:    Ja, das muss sein. (lacht).

Bärbel: Ja, denn jeder „Dosenöffner“ mit Katze ist anders

 

Was versprecht Ihr Euch davon?

Eva: Ich möchte anderen gerne erzählen, wie es so ist, mit Katzen zusammen zu leben. Da ist doch immer was los! Ich sage immer: „Katzen sind besser als fernsehen.“

Bärbel: Stimmt! Und auch egal ob man traurig ist oder gut drauf, Katzen fordern einfach das was sie haben möchten.

Eva: Ja, Katzen fordern. Wenn’s ums Futter geht, sind sie unerbittlich. Aber Katzen sind auch sehr einfühlsam und geben viel. Ich weiß gar nicht, wie oft schon eine Katze zu mir gekommen ist, um mich in einem traurigen Moment oder wenn ich krank war, zu trösten.

 

Wie lange lebt Ihr schon mit Katzen zusammen?

Eva: Als Kind hatte ich eine schwarzweiße Katze namens Mohrli. Als meine Eltern sich trennten, wurde Mohrli auf einem Bauernhof untergebracht, und ich zog mit meiner Mutter in eine Stadtwohnung. Es folgten lange Jahre ohne Katzen… 1990 zog dann Mirka bei mir ein, eine zierliche, schwarzweiße Kätzin.  Bald kam noch Kinski hinzu, ein aüßerst hübscher grauer Schmusetiger. Zur Zeit leben Kater Benny (seit 2009) und Kätzin Murmel (seit 2007) mit uns zusammen.

Bärbel: In meiner Jungend hatten meine Eltern die Nachbarskatze übernommen. Sie hieß Snoopy, meine Mum nannte sie immer Erna Babette. Als ich auszog, war erst mal Pause. Jetzt habe ich seit 1995 wieder Katzen. Gianna + 2009; dann 2009 Böckchen und Kater Jackson.

 

Habt ihr Euch vorher damit auseinandergesetzt, welche Katze es sein sollte und woher?

Eva: Kater oder Kätzin? Das habe ich mir schon überlegt. Ich finde, nach dem Ying-Yang-Prinzip leben Katzenpärchen irgendwie harmonischer zusammen.  Wenn man schon wählen kann, achte ich auch darauf, dass die Katzen etwa gleichaltrig sind. Wichtig ist mir auch, dass sie mit anderen Katzen gut auskommen: schließlich ziehen sie bei uns ja in eine Katzen-WG ein! Nachdem mein Mann und ich inzwischen als sehr erfahrene Katzenhalter gelten und wir gute Kontakte zu Organisationen pflegen, die heimatlose Katzen vermitteln, ist es völlig klar,  dass wir Katzen von dort bei uns aufnehmen: Auch und besonders „Problemfälle“!

Bärbel: Und ob! Ohne dieses Abwägen hätte ich auch nie eine haben wollen. Damals war mein Ex-Freund erst dagegen weil er meinte ich könnte damit nicht umgehen, aber dann hat er  sich besonnen. Woher hatte ich mal erzählt wie ich das abwäge. Alter, ob Rasse oder Normal, wer im Urlaub darauf aufpasst usw. Eins stand für mich immer fest, aus dem Tierheim oder  von einem anderen Verein/ Katzenhilfe sollte sie sein.

 

Gab es denn auch Momente, wo ihr Euch gewünscht habt, keine zu haben?

Eva: Als Kätzin Luna mehrmals pro Woche in unser Bett gepinkelt hat, oder als Kater Benny damit anfing, die Tapete abzukratzen: da schon. Aber auch nur ganz kurz… Dann habe ich auch schon wieder darüber nachgedacht, wie ich das Problem im Sinne der Katze lösen kann.

Bärbel: Spontan: NEIN!

 

Was wäre gewesen, wenn der Partner etwas dagegen gehabt hätte?

Eva: Die Katzen waren vor meinem jetzigen Ehemann bei mir: Also hatte er sich anzupassen! Weil er sehr tierlieb ist, war das aber auch kein Problem. Einmal gab es einen Riesenkrach: Ich hatte den alten, kranken Kater Manu auf der Straße aufgelesen und brachte ihn mit nach Hause, um ihm bei uns ein schöneres Leben zu ermöglichen. Zunächst flippte mein Mann völlig aus und wollte Manu gleich wieder vor die Tür setzen! Nicht, weil er was gegen Manu persönlich gehabt hätte… Es ging meinem Mann um Kätzin Murmel. Sie war erst kurz vorher hier eingezogen. Mein Mann befürchtete, Manu könnte Murmel irgendwie beim Einleben stören. So stritten wir uns ein paar Tage… Und dann hatte Manu meinen Mann „rumgekriegt“.

Bärbel: Ich habe mit offenen Karten gespielt! Nicht OHNE meine Katze!

 

Was ist, wenn ein Tier krank wird?

Eva: Dann wird es so gut wie möglich mit allem versorgt und natürlich auch unserer Tierärztin vorgestellt.

Bärbel: Man leidet mit und stellt seine persönlichen Dinge hinten an. Als damals Gianna krank wurde, waren es zwei Nächte in denen ich sie wie ein Baby herumgetragen habe. Ich bin um Mitternacht noch zur Nottiersprechstunde gefahren.

 

Das Traurigste was Ihr erlebt habt?

Eva: Sehr schmerzlich war es für mich, im September 2009 Kater Kinski gehen lassen zu müssen, nach 16 wunderschönen Jahren. Mein „Strümpfchen“ litt an chronischer Niereninsuffizienz. Als es für ihn keine Lebensqualität mehr gab, kam die Tierärztin zu uns nach Hause und gab Kinski die erlösende Injektion, während ich ihn in meinen Armen hielt und streichelte.

Schlimm war auch der plötzliche Tod von Kätzin Luna. Tags zuvor noch putzmunter, starb sie qualvoll binnen weniger Stunden an einer allergischen Reaktion auf ein Antibiotikum, das ihr ein Tierarzt injiziert hatte. Nicht helfen zu können und diesen schweren Todeskampf zu beobachten, war ganz, ganz schlimm für mich.

Bärbel: Gianna 2009 einschläfern zu lassen! Obwohl man weiß es ist besser so, macht man sich doch Vorwürfe.

 

Das Schönste was Ihr erlebt habt?

Eva: Als Mirka und Kinski Eltern wurden. Drei stramme Katerchen! Das war soo schön, ganz von Anfang an dabei zu sein und die Kätzchen beim Größerwerden zu beobachten. Damals konnte ich alle 3 Katerchen gut vermitteln. Und anschließend wurde Kinski kastriert;))

Bärbel: Leider konnte ich wie Eva so etwas wie Katzenbabys nicht erleben, aber das schönste ist eigentlich wenn sich mein Liebespärchen zusammenkuschelt und sich küsst. (belegt)

Eva: Ja! Unsere zwei beiden knutschen auch!

 

Können Eure Katzen was Außergewöhnliches? Haben sie irgendwelche Marotten?

Eva: Murmel geht an der Leine spazieren! Da hat schon mancher, der das gesehen hat, gestaunt. Sie tobt auch sehr gerne durch die Wohnung und spielt mit uns Fangen.

Benny frisst sehrgerne Spaghetti Bolognese. Er zieht dabei die langen Nudeln so geschickt und schnell hoch, dass wir den Verdacht haben, Benny könnte ein Italiener sein;)) Er begleitet uns auch sehr gewissenhaft aufs Klo und passt genau auf, dass wir dort alles richtig machen;))

Bärbel: Marotte von Kater Jackson ist, wenn Bettzeit ist, das merkt er dann wird miaut bis zum geht nicht mehr, dann sage ich immer na dann los ab ins Bett, dann springt er ins Bett und legt sich auf sein Kissen und schnurrt

Böckchen hangelt sich immer an der Jacke hoch, die von außen an der Küchentüre hängt   und versucht die Türe auf zu machen……………….  oder Marotte unbedingt mit aller Macht unter die Bettdecke zum schmusen: Die „Kleene“ also Böckchen liebt es sich zu verstecken und fangen zu spielen.

Der „Dicke“ also Kater Jackson, wenn er etwas will kommt immer mit einer Pfote an den Arm und mautzt.

 

Wie sehen denn Eure Katzen aus?

Bärbel: Böckchen getigert, Jackson weiß/schwarz

Eva: Murmel ist eine zierliche  Glückskatze, Benny ein sehr großer roter Tiger mit weißen Söckchen und weißem Lätzchen. Sehr selten: Benny hat Sommersprossen auf seinem rosa Näschen!

 

Haben Deine Fellnasen eigene Möbel und Zubehör?

Bärbel: Haha, seit wann kann man Katzen Möbel aufzwingen? Ja, ok haben sie, aber die Wohnung gehört den Katzen mit allem was drin steht 😉

Eva: Katzenklo, Kratzbaum, Kratzbretter, Transportkorb: Das haben sie natürlich,  auch eigenes Geschirr;)) Ansonsten gilt, was Bärbel schon sagte: Die Wohnung gehört den Katzen, mit allem, was drin steht.

 

Darf der Tiger mit ins Bett?

Bärbel: Oh ja!!!!! Denn es ist total schön wenn die „Kleene“ unter die Decke kommt. Jackson kommt meistens oben ans Kopfkissen…….ich liebe das schnurren zum einschlafen.

Eva: Benny ist noch zu scheu, um bei uns im Bett zu schlafen. Aber Murmel macht das sehr gerne. Manchmal kommt sie auch unter die Bettdecke. Benny liegt dann meist vor dem Bett und bewacht sein geliebtes Kätzchen. Tagsüber liegen die beiden sehr gerne im Bett und kuscheln sich in die Kissen. Nachts schlafen sie auch gerne mal zusammen im Gästebett.

 

Sind Eure Katzen auch tätowiert oder haben sie einen Chip?

Bärbel: Ja, denn es kann immer mal sein, das die abhauen.

Eva: Murmel ist sogar tätowiert und gechipt, Benny ist tätowiert. Beide sind bei  www.tasso.net registriert.

Bärbel:  Ist wichtig sie registrieren  zu lassen, wie Eva schon sagte bei Tasso, die sind klasse und freuen sich über jede Spende

Eva: Ja, und Tasso arbeitet wirklich effektiv: Als uns vorletztes Jahr ein Kater zugelaufen ist, konnten wir mit Tassos Hilfe schnell sein Frauchen ausfindig machen… War die froh, als sie ihren Gizmo bei uns abholen konnte!

 

Wie seid Ihr zueinander gekommen?

Bärbel: Och….. die Kleene ist aus dem Tierheim  www.tierheim-essen.org und der Dicke ist von der Tierhilfe Lanzarote www.tierhilfe-sara-lanzarote.de

Eva: Murmel kam vom „Freundeskreis Katze und Mensch e.V.“ (www.katzenfreunde.de) zu uns, Benny hat uns Frau Kalchert (www.katzenvermittlung-stuttgart.de) vermittelt.

 

So, liebe Katzenfreunde, jetzt seid ihr gefragt!

Wir freuen uns über jede Geschichte, Fotos, Nützliches, Lustiges und Kommentare!

Hier gilt aber auch die Net-Etikette, denn wir haben Spaß an dem, was wir hier  so „treiben“!

Also immer hübsch freundlich und fair bleiben!

Eure

Bärbel mit Böckchen und Jackson und Eva mit Murmel und Benny

 

 

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